Monat: September 2016

Nils Högsdal
Advanced Finance

Wir haben uns mit Professor Dr. Högsdal getroffen und ihm einige Fragen zum Modul Advanced Finance gestellt.

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Was sind die wesentlichen Inhalte des Moduls?

Das Modul Advanced Finance könnte man im Prinzp als eine Art „Fit für die Geschäftsführung“ bezeichnen. Das heißt, alles, was jemand als Gründer oder eben als Geschäftsführer wissen muss zum Thema Finanzierung, Unternehmensberwertung, Gestaltung von Verträgen, Kauf und Verkauf von Unternehmen ist in diesem Modul irgendwo abgedeckt und beinhaltet.

Prof. Dr. rer.pol. Dipl.-Kfm. Nils Högsdal
Prof. Dr. Nils Högsdal

Welche Kompetenzen werden in dem Modul vermittelt?

Sie sind danach in der Lage, Unternehmensbewertungen nachzuvollziehen, zu verstehen und mitzugestalten. Sie sind in der Lage, zu verstehen, welche Form von Finanzierung in welcher Phase eines Projektes oder einer Gründung adäquat ist. Eigenkaptial, Fremdkapital, aber auch mezzanine Mittel bis hin zu innovativen Mitteln wie Crowdfunding und Crowdfinancing.

Zu den Methoden: Es ist viel Lernen an realen Beispielen und Fallstudien. Wir machen zum Beispiel eine sogenannte Due Dilligence, also die Prüfung der Bücher eines Unternehmens vor einem Verkauf beziehungsweise einem Anteilskauf an einem durchaus realen Beispiel. Wir setzen ein kleines Planspiel ein, bei dem man Unternehmensbewertungen nachvollzieht und wir werden natürlich auch mit realen Beispielen am Thema Finanzierung arbeiten.

Welche Relevanz hat das Modul für den gesamten Studiengang?

Im Gesamtkontext ist auf jeden Fall die Rolle der Finanzierung generell zu nennen. Ein bisschen salopp hieß es früher „Ohne Moß nichts los“. Ich muss ein Projekt finanzieren können. Ich brauche die Budgets, die Mittel dafür. Es geht ganz praktisch darum, dass ich in der Lage bin, auch den Mehrwert dieses Projektes zu zeigen. Wenn ich eine tolle Idee habe und beweisen kann, dass ich eine Bewertung von mehreren Millionen dafür bekommen kann eines Tages, dann bin ich auch in der Lage, vielleicht ein Budget von 200.000 bis 300.000 Euro intern zu erhalten, um dieses Projekt durchzuführen. Oder wenn ich ein Startup habe, dessen Wert in die Millionen gehen kann, dann wird auch ein Business Angel in einer sehr frühen, risikoreichen Phase sich vielleicht mit einigen Zehntausend Euro beteiligen.

Werden Grundlagen für den Besuch des Moduls vorausgesetzt?

Ein Wirtschaftswissenschaftler, der das Modul belegt, wird im Normalfall die Grundlagen mitbringen. Er muss die Bilanz verstehen können, er muss die Gewinn- und Verlustrechnung verstehen können.

Für einen Ingenieur oder einen anderen Fachfremden ist es wichtig, im Vorfeld das Modul Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre gehört zu haben. Führungsorientiertes Rechnungswesen schadet nicht, aber das kann man auch durchaus parallel belegen.

Möchten Sie noch etwas besonders hervorheben?

Ich war zwölf Jahre lang selbst Gründer und Geschäftsführer. Und wenn ich an das Modul Advanced Finance denke: Mir hätte es geholfen, vor meiner Gründung einen Teil des Wissens gehabt zu haben. Vieles hat man eben „the hard way“ während der Arbeit gelernt und der ein oder andere Fehler hätte vielleicht vermieden werden können.

 

 

 

The Hard Thing About Hard Things

Der US-Amerikanische Unternehmer Ben Horowitz wurde 1966 in London geboren. Er absolvierte – wie könnte es anders sein – ein Computer Science Studium. Jedoch nicht in Stanford, sondern an der Columbia University sowie der UCLA.

Nach dem Masterabschluss begann er seine Karriere als Engineer beim Computerhersteller Silicon Graphics. Wenige Jahre später heuerte er als einer der ersten Mitarbeiter bei Netscape an, dem Unternehmen, welches den ersten kommerziell erfolgreichen Webbrowser entwickelte. Sein Vorgesetzter war dabei ein gewisser Marc Andreessen, welcher in seiner weiteren Karriere noch eine große Rolle spielen sollte.

51rfw4jbqtlNach dem Verkauf von Netscape an AOL in 1998 arbeitete Horowitz dort für kurze Zeit als Vice President of eCommerce, bevor er gemeinsam mit Andreessen sein erstes eigenes Unternehmen Loudcloud, einen IT-Management-Softwareanbieter (später Opsware), gründete.

Im März 2001, ca. ein Jahr nach Platzen der DotCom-Blase, ging das Unternehmen an die Börse. Nach einigen Höhen und Tiefen, einer Übernahme und der Umbenennung in Opsware, sowie eines rapiden Wachstums auf über 500 Mitarbeiter, wurde das Unternehmen 2007 schließlich für rund 1,6 Milliarden US-Dollar an Hewlett-Packard verkauft.

Doch auch nach diesem Geschäftsabschluss sollten sich die Wege von Horowitz und Andreessen nicht trennen. 2009 gründeten die beiden gemeinsam die Venture-Capital-Gesellschaft Andreessen Horowitz (kurz a16z), welche mit Investments in u. A. Skype, Facebook, Groupon, Twitter, Instagram in Zynga  als eine der erfolgreichsten weltweit gilt.

Kurz nach der Gründung begann Horowitz außerdem mit dem Bloggen. Auf seiner Homepage bloggte der HipHop-Fan von 2010-2015 regelmäßig über Management-Themen, Technologie und das Silicon Valley. Oftmals werden seine Beiträge dabei von Songtexten seiner favorisierten Rapsongs eingeleitet. Auch sein Lieblingsbuch High Output Management des Intel-Gründers Andy Grove wird mehrmals genannt.

In seinem Buch The Hard Thing About Hard Things: Building A Business When There Are No Easy Answers (auf Deutsch: Wenn es hart auf hart kommt: Schwierige Management-Situationen und wie man sie meistert) greift er schließlich die wichtigsten Themen und Beiträge aus seinem Blog auf, überarbeitet und vertieft diese. Den Leser erwarten wertvolle Managementratschläge, welche Horowitz in seiner langen Karriere als Unternehmer sammeln konnte. Für angehende Gründer, Technologie- und Management-Interessierte und auch HipHop-Fans absolute Pflichtlektüre und eine klare Kaufempfehlung.

Das Buch ist auf Englisch und auf Deutsch bei den einschlägigen Onlinehändlern (auch als eBook) sowie in jeder gut sortierten Buchhandlung erhältlich.