Monat: März 2017

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Offenheit und Neugier – eine der Kernvoraussetzungen für die Innovationsmethode DesignAgility
DesignAgility - Toolbox Media Prototyping (Quelle: buchhandel.de)
DesignAgility – Toolbox Media Prototyping (Quelle: buchhandel.de)

Der Erneuerungsdruck in der Medienbranche ist groß. Innovative Produkte sollen in kürzester Zeit ent- und bestehen. Die Autoren, des Buchs „DesignAgility – Toolbox Media Prototyping“, Stefanie Quade und Prof. Dr. Okke Schlüter haben sich das Ziel gesetzt, Design Thinking für die Medienlandschaft, in der sie gearbeitet haben und der sie sich verbunden fühlen, anzupassen und einfach einsetzbar zu machen. Hierzu haben Sie einen Methoden Remix aus Design Thinking (Innovationsmethode), agilem Projektmanagement (als Umsetzungsmethode) und Storytelling (Erzählmethode) kombiniert und auf den Bedarf der Medienbranche für die Kreation neuer Produkte und Services adaptiert.

In einem exklusiven Interview verraten uns die Autoren was sich hinter Ihrem Buch „DesignAgility“, das am 17. März 2017 im Schäffer-Poeschel Verlag erschienen ist, verbirgt. Als zertifizierte Projektmanagerin und Dozentin zu Innovations- und Projektmanagement an Hochschulen der Wirtschafts- und Medienwissenschaften und in Unternehmen verfügt Stefanie Quade über ein breitgefächertes Know-how in Themen der Didaktik. Dr. Okke Schlüter ist Professor für Medienkonvergenz im Studiengang Mediapublishing an der Hochschule der Medien in Stuttgart und hat bereits langjährige Berufserfahrungen in der Medienbranche gesammelt. Die Experten beantworten uns Fragen rund um ihr Buch – vom Entstehungsprozess über die Methodik bis hin zu Workshops für alle DesignAgility Interessierten.

Wie entstand die Idee zu Ihrem Buch „DesignAgility“?

DesignAgility ist ursprünglich durch ein Kooperationsprojekt im Studiengang Mediapublishing an der HdM entstanden. Wir haben uns damals selbst die Frage gestellt, wie man durch Augmented Reality (AR) – 2013 eine im Verlagsbereich noch nicht verbereitet – den Kundennutzen steigern kann. Für einen Bildungsverlag haben wir mit Design Thinking als Methode dann einen crossmedialen Prototypen entwickelt, der durch AR ein unverändertes Lehrbuch mit multimedialen Inhalten angereichert hat. Der Prototyp bestand aus einem Kapitel des Buches mit verschiedenen Media-Assets wie Audio, Weblinks, Bildern, 3D-Grafiken und Lösungen zu Übungen. Der Prototyp wurde mit den Endnutzern getestet, die Möglichkeiten für die Erweiterung des Geschäftsmodells der Produktreihe eruiert. Abschließend wurde das Konzept in einer Lehrwerksreihe serienmäßig umgesetzt, die noch heute am Markt ist.

Die Umsetzung dieser Medieninnovation mittels klassischem Design Thinking hat gut funktioniert, wir haben jedoch festgestellt, dass wir speziell für die Medienbranche hier und da diese etablierte Innovationsmethode anpassen müssen, um sie besser auf die Anforderungen der Medienbranche bzw. der Medienschaffenden zuzuschneiden. Erstes Resultat war ein Leitfaden, der sowohl für die Anwendung in der Lehre an Hochschulen als auch in Medienunternehmen einsatzbar ist. Dies haben wir 2014-2016 in verschiedenen Konstellationen erprobt, sowohl mit Studierenden als auch mit Profis aus Medienunternehmen. Für das Buch DesignAgility haben wir den Ansatz weiter verfeinert und mit vielen Beispielen veranschaulicht für die Anwendung in Verlagen und Medienunternehmen.

Beschreiben Sie „DesignAgility“ in einem Satz. Welcher Vorteil soll sich in der Arbeit mit dieser Methode für Medienschaffende ergeben?

Mit DesignAgility erhalten Medienschaffende einen strukturierten Ansatz für die agile Entwicklung von Medieninnovationen, der sie nutzerzentriert und branchenspezifisch Schritt für Schritt von der ersten Idee bis zum getesteten Prototypen führt.

Wem empfehlen Sie das Buch?

Allen, die sich mit Innovationen im Mediensektor beschäftigen. Das schließt sowohl alle Unternehmensgrößen ein wie auch alle Sparten des Mediensektors wie Verlage, Agenturen, Rundfunk etc. bis hin zu Corporate Publishing. Wir nennen die Zielgruppe daher Medienschaffende, weil sie z.T. auch selbständig ist oder in Unternehmen anderer Branchen arbeitet.
Zum Buch gehören übrigens auch darauf abgestimmte Download-Materialien, die unter www.designagility.de abrufbar sind.

Welche Vorkenntnisse sind zum Verständnis des Buchs notwendig?

Das Buch erklärt jeden Schritt des iterativen Vorgehens anhand von Beispielen, Vorkenntnisse sind nicht nötig. Sie sollten Offenheit und Neugier für die vielfältigen Möglichkeiten crossmedialer und erweiterter Medienprodukte und Dienstleistungen mitbringen, die DesigAgility als Innovationsmethode ermöglicht.

Bieten Sie Workshops passend zum Buch für Unternehmen an? Wie laufen diese ab und welche Zielgruppen können teilnehmen?

Wir bieten kurze, intensive 1-3 Tages-Workshops an, in denen das Grundverständnis von DesignAgility vermittelt wird. Ebenso bieten wir aber auch extensive Workshops an, zum Beispiel in Form von wöchentlichen Coachings, die die laufende Entwicklung des Prototypen zur Produktentwicklung begleiten. Dies erfolgt z.B. durch einen Kick-Off-Workshop und begleitende Blended Learning Maßnahmen mit individuellem Feedback und Coaching durch uns als DesignAgility-Dozenten.

Aus der Gründerperspektive gefragt: Welche Möglichkeiten gibt es für Startups aus der Medienbranche mit Ihrem Buch zu arbeiten bzw. ein neues Produkt zu entwickeln?

Für Gründer bieten wir zunächst ebenfalls die bereits genannten Workshops und Coachings an. Im Falle von Start-ups kann DesignAgility sowohl die Überprüfung und Schärfung der Geschäftsidee unterstützen, als auch weitere Angebotsinnovationen entwickeln und testen helfen. Unserer Erfahrung nach finden sich Start-ups meistens sogar besser und schneller mit DesignAgility zurecht, als etablierte Medienunternehmen. Den meisten Start-ups kommt die agile und explorative Vorgehensweise sehr entgegen.

 

Stefanie Quade (Quelle: https://designagility.de/)
Stefanie Quade (Quelle: https://designagility.de/)

Wer sind die Autoren?

Stefanie Quade hat u.a. als Digitial Publishing Managerin IT- und Innovationsprojekte geleitet. Sie ist Diplomkauffrau und zertifizierte Projektmanagerin und lehrt als Dozentin und Trainerin zu Innovations- und Projektmanagement an Hochschulen der Wirtschafts- und Medienwissenschaften und in Unternehmen.

Sie promoviert zu Corporate Social Learning in London und veröffentlicht ihre Forschungsergebnisse auf wissenschaftlichen internationalen Konferenzen. Als Expertin für E-Education und E-Didaktik arbeitet Sie an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und erhielt für ihre Arbeiten 2012 und 2013 den International E-Learning Award in New York.

Prof. Dr. Okke Schlüter (Quelle: https://designagility.de/)
Prof. Dr. Okke Schlüter (Quelle: https://designagility.de/)

Dr. Okke Schlüter ist seit 2008 Professor für Medienkonvergenz im Studiengang Mediapublishing an der Hochschule der Medien in Stuttgart (HdM). Schwerpunkte in der Lehre sind neben der Medienkonvergenz Crossmediales Produktmanagement, Innovationsmanagement und digitale Geschäftsmodelle.

  • Betreuender Professor auch im Convergent Media Center der HdM.
  • 1968 in Kiel geboren studierte er Theater-, Film und Fernsehwissenschaften, Slavistik und Betriebswirtschaftslehre in Mainz, Berlin und Moskau; Promotion in Slavistik. Nach Stippvisiten bei BCG und McKinsey ab 1998 Trainee der Ernst Klett AG für Führungskräftenachwuchs, von 2000 bis 2008 Führungspositionen in Unternehmen der Klett-Gruppe.

Weitere Informationen zum Buch und Methodik finden Sie unter:

www.designagility.de
designagility@gmail.com

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„Vermittelt werden soll, was möglich, was machbar, was riskant, was unklug und was unmöglich ist“
Prof. Dr. Nicolai Schädel
Prof. Dr. Nicolai Schädel

„Wählen Sie das Modul nur, wenn Sie ernsthaftes Interesse haben und bereit sind für geistige Schmerzen“ empfiehlt Prof. Dr. Nicolai Schädel, Professor des Masterstudiengangs Intra- und Entrepreneurship. Die Rede ist von dem Modul „Recht & Intellectual Property Management für Intra- und Entrepreneure“. Nicolai Schädel unterrichtet als erfahrener Rechtsexperte den Schwerpunkt „Gesellschaftsrecht und IP Management“.

Wir haben Nicolai Schädel getroffen und ihm fünf aufschlussreiche Fragen zum Modul gestellt. Er gibt Einblicke in die vermittelnden Inhalte und Kompetenzen sowie die Relevanz der Vorlesungen für den Studiengang. Darüber hinaus erfahren Sie, welche Grundlagen die Studierenden für die Teilnahme mitbringen sollten und für wen die Wahl dieses Moduls empfehlenswert ist.

Was sind die wesentlichen Inhalte des Moduls?

Schwerpunkte des Moduls sind wesentliche rechtliche Rahmenbedingungen und deren wirtschaftliche Bedeutung für unternehmerisches Handeln sowie die in diesem Rahmen bestehenden Gestaltungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten.

Welche Kompetenzen werden in dem Modul vermittelt?

Vermittelt werden soll ein Blick dafür, was möglich, was machbar, was riskant, was unklug und was unmöglich ist. Zudem soll den Studierenden die Bedeutung des Rechts für Unternehmen vermittelt werden, und zwar insbesondere auch in den wirtschaftlichen Kategorien Aufwand, Risiko und Sicherheit.

Welche Relevanz hat das Modul für den Studiengang?

Die Kenntnis der durch Recht gesetzten Grenzen und der innerhalb dieser Grenzen bestehenden Gestaltungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten hat für Unternehmen eine vergleichbare wirtschaftliche Bedeutung wie beispielsweise die Bereiche IT und Vertrieb. Dennoch bestehen im Verhältnis zum Bereich Recht oft weitergehende „Berührungsängste“ als im Verhältnis zu anderen Bereichen. Dieses Modul soll dadurch Bedeutung für die Studierenden erlangen, dass etwaige Berührungsängste abgebaut werden.

Werden Grundlagen für den Besuch des Moduls vorausgesetzt?

Teilnehmer des Moduls sollten im Rahmen ihrer bisherigen Ausbildung zumindest eine Grundlagenveranstaltung zum (Wirtschafts-)Recht besucht haben und daher mit der Bedeutung bestimmter Grundbegriffe und -konzepte (beispielsweise „Vertrag“ und „Vertragsfreiheit“) vertraut sein. Zudem sollten die Teilnehmer in der Lage sein, Sachverhalte wirtschaftlich zu verstehen, zu analysieren und zu erläutern.

Möchten Sie noch etwas besonders hervorheben?

Wählen Sie das Modul nur, wenn Sie ernsthaftes Interesse haben und bereit sind für geistige Schmerzen. Programmieren Sie gerne eigene Software? Sind oder waren Sie Leistungssportler(in)? Machen Sie gerne Musik? Vertragsgestaltung ist ähnlich.

 

Zur Person: 

Prof. Dr. Nicolai Schädel LL.M. ist seit 2013 Professor für Wirtschaftsrecht, insbesondere Handels-, Gesellschafts-, Bilanz- und Steuerrecht sowie Verpackungs- und Patentrecht an der Hochschule der Medien. Seit 2001 ist er als Rechtsanwalt tätig, zunächst in Düsseldorf, ab 2004 in Stuttgart. 2005 promovierte er zum Dr. jur. an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Nicolai Schädel legte 1997 sein erstes juristisches Staatsexamen in München ab, 1999 sein zweites juristisches Staatsexamen in Bayern und erhielt 2001 den Master of Laws (LL.M.) der University of London.

Weitere Informationen zum Modul „Recht & Intellectual Property Management für Intra- und Entrepreneure“ finden Sie unter:

https://innovative-entrepreneurship.de/kontaktstudium/ueberblick/

 

ARENA2036_02
STARTUP AUTOBAHN bringt Mobility Ideen auf die Überholspur
Autobahn
(Quelle: Daimler)

Seit Mai 2016 verfügt der Forschungscampus von ARENA2036 über die neuartige Innovationsplattform STARTUP AUTOBAHN in Stuttgart, die aus der Kooperation der Universität Stuttgart, der Daimler AG, Plug and Play und der ARENA2036 entstanden ist. Das Ziel von STARTUP AUTOBAHN ist es Ideen zu beschleunigen und auf die Überholspur zu bringen. Außerdem sollen durch das Programm die Gründerkultur in der Region Stuttgart gefördert, ein intensiver Austausch stattfinden und Partnerkompetenzen gebündelt werden. Im Fokus stehen internationale und regionale Startups mit Hard- und Software Schwerpunkt im Bereich Mobility.

Im Februar hat STARTUP AUTOBAHN mit dem EXPO Day in der ARENA2036 das erste Programm erfolgreich abgeschlossen. Teilgenommen haben die 13 Startups Otonomo, Noveto, blickshift, Gauzy, n-join, TruckPad, Free2Move, Evopark, Vayyar, Hopon, Argus, 4tiitoo und Canatu. Am 9. Februar 2017 präsentierten sie ihre innovativen Ideen zum Themenfeld Mobilität und Industrie 4.0.

Forschungscampus (Quelle: ARENA2036)
Forschungscampus (Quelle: ARENA2036)

Die Entrepreneure profitierten von den Räumlichkeiten in der Forschungsfabrik ARENA2036, die auf dem Campus der Universität Stuttgart lokalisiert ist. Die Coworking Fläche und das Hardware Lab bieten viel Raum für Kreativität, um Erfindergeist zu fördern, Ideen anzuregen und bestenfalls Pilotprojekte mit Kooperationspartnern umzusetzen. In enger Zusammenarbeit mit Daimler-Experten, Coaches und Mentoren aus dem Top-Management entwickelten die Gründer innerhalb von drei Monaten ihre Geschäftsideen erfolgreich weiter. Es wurden talentierte Jungunternehmer mit herausragenden Ideen für STARTUP AUTOBAHN gewonnen, um die Mobilität der Zukunft mit richtungsweisenden Technologien und Innnovationen vorantreiben zu können.

Zum 13. März 2017 ist das Programm 2 auf dem Campus der Universität Stuttgart gestartet. Bis zum 15. Juli 2017 läuft die Bewerbungsphase für Programm 3 von STARTUP AUTOBAHN, das im September 2017 in die dritte Runde geht. Gesucht werden „Hard Tech“-Startups, die an der Schnittstelle von Hardware und Software smarte Lösungen zu Mobilität entwickeln.

Wer steckt hinter ARENA2036?

Der Forschungscampus ARENA2036 (“Active Research Environment for the Next Generation of Automobiles”) ist eine Kooperationsplattform für Experten aus Forschung und Entwicklung sowie Industrie im Bereich Leichtbau und Produktionstechnologien. Bis zum 150-jährigen Jubiläum des Automobils im Jahre 2036, sollen definierte Ziele im Forschungscampus ARENA2036 implementiert und somit der Weg für den Automobilbau der Zukunft bereitet werden. Der Fokus liegt auf ressourcenschonenden Ergebnissen durch Innovation, der Offenheit gegenüber Modell- und Technologievielfalt sowie auf der in Zukunft angestrebten intuitiven Zusammenarbeit von Mensch und Roboter an Arbeitsstationen. Mit diesem innovativen Ansatz trägt der Forschungscampus ARENA2036 dazu bei, dass Deutschland auch auf lange Sicht als ein weltweit führender Standort der Automobilproduktion erhalten wird.

 

Logo ARENA2036 (Quelle: ARENA2036)
Logo ARENA2036 (Quelle: ARENA2036)

 

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.startup-autobahn.com/de/