Startup im Fokus: NEON alpha
Daniel Thommes (Foto: NEON alpha)
Daniel Thommes (Foto: NEON alpha)

Einst an der Hochschule der Medien in Stuttgart im Studiengang Mobile Medien App-Entwicklung gelehrt, arbeitet Daniel Thommes heute an seinem eigenen Projekt NEON alpha, einer Softwareplattform, das im Rahmen eines EXIST-Gründerstipendiums des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Wenn’s gut läuft, strebt sein Team und er langfristig den Verkauf der Firma an Apple oder Google an, sagt er schmunzelnd. Doch bis es soweit ist, haben wir Daniel und sein Projekt in einem Interview unter die Lupe genommen.

Welche Geschäftsidee steckt hinter deinem Startup? Wie bist du auf diese Idee gekommen? Wann hast du dein Startup gegründet?
Ich habe an der HdM im Studiengang Mobile Medien App-Entwicklung für Android, iOS und andere Plattformen gelehrt. Dabei habe ich erkannt, wie kompliziert und unterschiedlich native App-Entwicklung für die bestehenden Plattformen ist. Gleichzeitig habe ich sehr oft gesehen, wie unschön und wenig performant Apps sind, die mit Cross-Plattform-Lösungen, also nicht nativ entwickelt wurden. Dennoch sind Cross-Plattform-Frameworks gerade im Unternehmensumfeld häufig im Einsatz, weil sie die Entwicklungskosten signifikant senken können.

Im Rahmen meiner Doktorarbeit habe ich dann an einer Lösung für das Problem gearbeitet. Entstanden ist das RemoteUI System, eine Softwareplattform für die Entwicklung sicherer mobiler Applikationen für Android und iOS. Dieses System liegt unserer Geschäftsidee zu Grunde. Unsere Kunden können mit dem System super-produktiv Apps entwickeln und so viel Geld sparen, ohne Kompromisse beim Look & Feel oder der Sicherheit einzugehen.

Henrik Wirth (Foto: NEON alpha)
Henrik Wirth (Foto: NEON alpha)

Seit Oktober 2016 arbeite ich Vollzeit an dem Projekt und seit März 2017 werden Henrik Wirth (Studierender der HdM) und ich mit einem Exist-Stipendium dabei unterstützt. Die Gründung der NEON alpha GmbH ist für das vierte Quartal 2017 geplant (http://www.neonalpha.com).

Welches Produkt/ welchen Service bietest du deinen Kunden an?
Unser Produkt ist das RemoteUI App Framework, das wir an Entwickler lizenzieren. Wir bieten das Framework in unterschiedlichen Varianten an. Eine bestehende Freemium-Version (http://start.remoteui.org) erlaubt die kostenlose Entwicklung von Apps. Geplant sind Starter- und Professional-Varianten mit einem App- und Feature-basierten Lizenzmodell. In der bereits erhältlichen Enterprise-Variante sind alle Features sowie entsprechende Service Level Agreements und Support enthalten.

Welche Kundenzielgruppe sprichst du mit deiner Geschäftsidee an? Seid ihr international aufgestellt?
Unsere Kunden sind App-Entwickler und Unternehmen, die eigene Entwicklungsabteilungen betreiben. Wir bieten aber auch Individualentwicklung auf Basis unseres Produktes und Schulungen sowie Beratung rund um das Produkt an. Wir vertreiben das Produkt u.a. über eine Web-Plattform, so dass wir internationale Kunden bedienen können.

Wie lautet der USP deines Geschäftsmodells?
Das RemoteUI Framework erlaubt die signifikante Steigerung der Produktivität bei Entwicklung, Integration, Betrieb und Wartung mobiler Anwendungen. Und das, ohne Kompromisse bei Look & Feel und Performanz. In dieser Kombination gibt es z.Z. keine bessere Lösung am Markt.

(Foto: NEON alpha)
(Foto: NEON alpha)

Welche möglichen Schwierigkeiten gab es beim Aufbau deines Startups?
Das größte Problem war und ist, ein gutes Team zusammenzustellen. Viele Leute finden es cool, ein Startup zu gründen. Aber jeder hat unterschiedliche, aus meiner Sicht manchmal illusorische Vorstellungen, wie ein Startup funktioniert. Die Idee, man bräuchte lediglich eine Vision, und könne dann loslegen, indem man notwendige Produktentwicklungsaufgaben an andere beauftragt, ist so eine. Oder die Überbewertung betriebswirtschaftlicher Aufgabenstellungen im Unternehmen, auch wenn das Produkt noch in den Anfängen steht.

In einem Startup funktioniert es auch nicht, dass man strikt 9-5 arbeitet oder mal eben über den Jahreswechsel drei Wochen unerreichbar ist. Man muss äußerst flexibel mit seiner Einkommenssituation umgehen können. Da bedarf es aus meiner Sicht eines Partners oder einer Partnerin, die Engpässe auffangen und Unterstützung leisten kann. Was das angeht sehe ich ein Manko in bestehenden Förderprogrammen wie Exist. Diese erlauben nicht, dass Teams im Verlauf der Förderung wachsen – hier ist alles recht starr und kann schon mal bedeuten, dass man viele Monate völlig ohne Einkommen arbeitet, nur um einen synchronen Start aller Beteiligten in das Förderprogramm sicherzustellen.

Arbeitest du in deinem Startup nebenberuflich oder hauptberuflich?
Ich arbeite hauptberuflich für das Startup.

Ansgar Gerlicher (Foto: NEON alpha)
Prof. Dr. Ansgar Gerlicher unterstützt NEON alpha als Mentor im EXIST-Programm. (Foto: NEON alpha)

Aus wie vielen Personen setzt sich dein Team zusammen?
Wir sind zu dritt. Henrik Wirth studiert z.Z. noch und Prof. Dr. Ansgar Gerlicher ist unser Mentor im Exist-Programm und wird als Teilhaber an der NEON alpha GmbH mitwirken.

Welche Botschaft/Empfehlungen möchtest du Neugründern auf den Weg geben?
Für alle, die noch überlegen, ob sie diesen Weg gehen möchten, empfehle ich dringend die Standford-Vorlesungsreihe „How to start a startup“: http://startupclass.samaltman.com/

Für alle, die schon im Startup-Business sind: Viel Glück! – wer eine gute App braucht, soll sich melden ;-).

Welche Ziele hast du dir für die Zukunft deines Geschäftsmodells gesetzt?
Wir haben sehr sehr viele Ideen für weitere Features und Plattformen, auf denen wir unser Framework einsetzen möchten. Wir richten uns hier aber vor allem nach den Wünschen unserer Kunden. Natürlich streben wir langfristig den Verkauf der Firma an Apple oder Google und danach den Ruhestand an ;-).

Vielen Dank an Daniel für das Interview. Weitere Infos zu NEON alpha finden Sie unter: https://www.neonalpha.com/

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