Monat: Juli 2018

Startup im Fokus – Swabian instruments
Bild: https://goo.gl/THTfts

Swabian instruments bietet Lösungen zur digitalen Signalerfassung für Anwendungen in den Lebenswissenschaften oder auch der Quantentechnologie an. Mit ihrer Technologie wollen sie die Grundlagenforschung einen Schritt nach vorne bringen und das Leben von Doktoranden und Masteranden der Naturwissenschaften deutlich einfacher gestalten. Hierfür bieten Sie einfache und mächtige Tools zur Signalerfassung an, deren Fokus auf einfacher Benutzbarkeit und einer starken Programmierschnittstelle liegt. Der Name Swabian, der repräsentativ für die hohe Qualität und Ingenieurskunst der Schwaben stehen soll, ist hierbei stets Programm.

 

1. Welches Konzept steckt hinter Ihrem Startup?

Swabian Instruments bietet Lösungen zur digitalen Signalerfassung für Anwendungen in den Lebenswissenschaften und den aufstrebenden Quantentechnologien, sowie der optischen Datenkommunikation.

Dahinter steckt ein denkbar einfaches Konzept. Wir nehmen die Messtechnik, die wir für unsere eigene wissenschaftliche Arbeit entwickelt haben und die sich als nützlich erwiesen hat und stellen sie der globalen wissenschaftlichen Community zur Verfügung. Ein großer Vorteil dabei: über unsere eigenen Netzwerke haben wir sehr schnell Kontakte zu unseren Kunden. Die wissenschaftliche Arbeit lag in diesem Fall im Bereich Quantenphysik.

 

2. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Ihre Systeme für den Research-Bereich und die Industrie im Allgemeinen zu entwickeln?

Ganz ehrlich, bei mir (Helmut Fedder) lag es daran, dass ich zu der Zeit gerade keine Professur bekommen habe. Bei meinem Mitgründer Michael Schlagmüller war die Motivation mehr zu bewegen, als es als „kleines Rad“ bei einem großen Technologieunternehmen in der Region möglich ist. Ein bisschen Idealismus war schon dabei. Wir hatten eine nützliche Technologie entwickelt und es wäre schade gewesen, sie in der Schublade liegen zu lassen. Wir wollten unsere Technologie der wissenschaftlichen Community zugänglich machen.

 

3. Was hat es mit dem Namen Ihres Unternehmens „Swabian“ auf sich?

Das „schwäbisch“ in unserem Namen steht für hohe Qualität, gut durchdachte Ingenieurskunst und – natürlich – Kosteneffizienz. Die meisten unserer Kunden sind von unserem Namen sehr angesprochen. Wir haben uns tatsächlich schonmal überlegt Spätzlepressen als Werbegeschenke zu verteilen, denn die Spätzlepresse ist doch das schwäbisch’ste Instrument schlechthin. Vor allem in den USA käme das sicher sehr gut an. Wir haben das nur deshalb bisher nicht umgesetzt, weil die meisten unserer Kunden keine signifikanten Werbegeschenke annehmen dürfen. Irgendwann machen wir das.

 

4. Welche positiven Auswirkungen streben Sie mit Ihrer Technologie an?

Wir bringen die Grundlagenforschung weltweit einen Schritt nach vorne, allen voran die aufstrebende Quantentechnologie – und wir machen Doktoranden und Masteranden in den Naturwissenschaften das Leben leichter, indem wir ihnen mächtige Tools zur Signalerfassung bereitstellen.

 

5. Welche unterschiedlichen Produkte bieten Sie an?

Wir bieten Laborgeräte zur Messung und Generierung sehr schneller digitaler elektrischer Signale an. Bei allen unseren Produkten liegt der Fokus auf einfacher Benutzbarkeit und einer mächtigen Programmierschnittstelle.

 

6. Wie lautet der USP Ihres Geschäftsmodells?

Einfache und mächtige Programmierschnittstellen.

 

7. Arbeiten Sie hauptberuflich für Ihr Startup?

Ja.


8. Welchen Schwierigkeiten sind Sie bei dem Aufbau Ihres Startups begegnet?

Eigentlich keine. Wir hatten das große Glück mit einem fast fertigen Produkt an den Markt zu gehen.


9. Welche Botschaft möchten Sie Neugründern auf den Weg geben?

Neben den üblichen Fragen, wie „Welches Problem lösen wir?“, „Können wir heute in die Königsstraße gehen und unser Produkt verkaufen?“, „Können wir davon leben?“, ist vor allem die Aufgabenverteilung im Team essentiell. Dabei kommt es nicht darauf an, alle unterschiedlichen Richtungen, wie Entwicklung, Betriebswirtschaft, Marketing als Personal im Team zu haben, viel wichtiger ist, dass jeder wichtige Aufgabenbereich von einem Teammitglied mit vollem Einsatz abgedeckt wird. Bei mir ist das Geschäftsentwicklung und Vertrieb. Man muss keinen betriebswirtschaftlichen Hintergrund haben, um erfolgreich im Vertrieb zu sein. Ganz im Gegenteil: die meisten unserer Kunden sind promovierte Physiker. Da ist ein Hintergrund in der Physik schon fast Voraussetzung. Wichtig ist aber, dass einer im Team den Bereich „Vertrieb“ mit vollem Einsatz übernimmt. So bin ich von der Grundlagenforschung zum Vertriebler geworden.

 

10. Welche Ziele haben Sie sich für die Zukunft für Ihr Geschäftsmodell gesetzt?

Wir haben uns eine Industrieanwendung herausgekuckt, die wir innerhalb der kommenden zwei Jahre pushen wollen. Dabei geht es um ein Messgerät, mit dem sich die nächste Generation Laserdioden und Modulatoren für die optische Datenkommunikation genau ausmessen lassen. Dabei werden wir elektrische Signale mit einer Genauigkeit von etwa einer Pikosekunde vermessen. Um ein Gefühl für die Größenordnung zu bekommen: In dieser Zeit legt Licht eine Entfernung von etwa 0.3 mm zurück. Mit unserer Technologie tragen wir zu den kommenden Ausbaustufen der weltweiten Internet Backbones bei.