Monat: Dezember 2018

Coral Innovation – Das Vitamin B der Innovationslandschaft

Das junge Startup “Coral Innovation” der Universität Stuttgart hat mit seinem Produkt eine online-Plattform geschaffen, auf der Technologie-Transfer über Branchen-Grenzen hinweg stattfinden kann und fördert so Innovationen. Neue Technologie-Profile, die eine größere Reichweite benötigen werden auf der Beta-Version inhaltlich aufgearbeitet und leicht verständlich präsentiert und dann über personalisiertes Matchmaking mit interessierten Firmen verknüpft.

Welches Konzept steckt hinter Ihrem Startup?

Neue Technologien entstehen nicht einfach aus dem Nichts. Sie resultieren aus dem ständigen neukombinieren von bereits bestehenden Technologien. Deshalb kann man eine Art Technologie-DNA basierend auf der Herkunft der Technologie ableiten. Wir zielen darauf ab, Technologien basierend auf ihrer Technologie-DNA miteinander zu vernetzen. Die Vorteile, die damit realisiert werden können, nennen wir VitaminTECH.

Ähnlich wie Vitamin B, mit dem man neue Geschäftspartner über soziale Kontakte findet, soll VitaminTECH helfen, sich mit neuen Technologiepartnern zu vernetzen oder auch ganz abstrakt technische Informationen zu finden.

 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sogenanntes Matchmaking für technologische Problemstellungen anzubieten?

Grundsätzlich sind alle Bausteine, die für neue Innovationen benötigt werden, irgendwo vorhanden. Es ist aber unheimlich schwer und ineffizient diese zu finden. Es gibt unzählige technische Neuerungen und Anwendungen aus den unterschiedlichsten Bereichen und Branchen, die wir alleine nicht überblicken oder kennen können. Hierfür brauchen wir neue Partner und ein breiteres Netzwerk über alle Branchen hinweg.

Aktuell gibt es viele Aktivitäten, um riesige Konzerne mit Startups zu vernetzen. Unsere Idee „Matchmaking für technologische Problemstellungen“ zielt darauf ab, einen praktikablen und effizienten Weg zu finden, um kleine und mittlere Unternehmen oder Mittelständler mit dem richtigen Startup oder auch mit anderen Technologiepartnern wie Forschungseinrichtungen zusammen zu bringen. Wenn das richtige KMU mit dem richtigen Startup vernetzt wird, dann kann daraus eine sehr fruchtbare Kooperation auf Augenhöhe entstehen, da die Entscheidungswege hier viel kürzer und schneller sind als auf Konzernebene.

 

Was hat es mit dem Namen Ihres Unternehmens „coral-innovation“ auf sich?

Der Name Coral Innovation hat seinen Ursprung im Bereich der Ökosysteme, speziell der Korallenriffe.

Ein Korallenriff ist eine Plattform in einem viel tieferen Sinne: Der Hügel, die Platten und Spalten des Riffs schaffen Lebensraum für Millionen anderer Arten, quasi eine Unterwassermetropole von immenser Vielfalt. Es wird angenommen, dass irgendwo zwischen einer Million und zehn Millionen verschiedener Arten in Korallenriffen auf der ganzen Welt leben, obwohl diese Riffe nur ein Zehntel eines Prozents der Planetenoberfläche besetzen.

Das Ökosystem, mit dem wir uns beschäftigen, ist ebenso gefüllt von unterschiedlichen Anbietern, Technologien, etc. wie die Korallenriffe. Wir sorgen nun dafür, dass innerhalb dieser übermäßigen Vielfalt eine Vernetzung von Wissen über neue Technologien mit den richtigen Partnern möglich ist. Damit unterstützen wir die Entwicklung von branchenübergreifenden Innovationen. Coral Innovation schafft also ein Ökosystem für Innovationen, um Kreativität durch den Austausch von Ideen und entsprechenden Kooperationen nachhaltig zu unterstützen.

 

Welche positiven Auswirkungen streben Sie mit Ihrer Technologie an?

Wir bauen ein digitales Ökosystem für Innovation auf. Unsere Plattform soll tausende innovativen Technologien aus der Forschung oder von Startups und innovativen Unternehmen, über die aktuell oft nur das direkte Umfeld Bescheid weiß, in die Breite tragen. Wir wollen auch kleinen und mittleren Unternehmen einen einfachen Zugang zu technologischen Entwicklungen und Wissen aus neuen Branchen ermöglichen.

Die Plattform – ein zentraler Ort für Technologien. Quelle: www.coral-innovation.de

 

Was wollen Sie mit Ihrem Zitat „Innovation + Wissen = Zukunft“ ausdrücken?

Innovation steht für: Neue Entwicklungen / Ideen angehen

Wissen steht für: Aufbau von neuem Wissen und Möglichkeiten

Zukunft steht für: Sicherheit, Weiterentwicklung, Erfolg

Indem Wissen aufgebaut wird und neue Ideen / Innovationen angegangen werden, können Unternehmen sich weiterentwickeln und Sicherheit für die Zukunft schaffen.

 

Wie lautet der USP Ihres Geschäftsmodells?

Unser USP ist VitaminTECH – die Technologie zu Vernetzung von technischen Inhalten jeglicher Art. Darauf bauen wir verschiedene Produkte auf.

 

Welchen Schwierigkeiten sind Sie bei dem Aufbau Ihres Startups begegnet?

Eine große Schwierigkeit bei dem Aufbau unseres Startups ist, eine einfache Erklärung für das zu finden, was wir tun. Jeder erwartet heutzutage den One-Sentence Pitch wie Uber für xy oder Film: Speed = Die hard on a bus.  Wir entwickeln mit der Vernetzung von Technologien jedoch etwas grundsätzlich Neues, was schwierig vergleichbar ist. Mit der TechnologieDNA und VitaminTECH haben wir da schon große Fortschritte gemacht.

Schwierig ist für uns auch die Balance zwischen Altem und Neuem zu finden. Feedback basiert ja grundsätzlich auf den Erfahrungen der Personen, welche sie in der Vergangenheit gemacht haben. Dies ist auch durchaus wertvoll. Um jedoch etwas Neues, Innovatives entwickeln zu können, muss man die Balance finden zwischen den Dingen aus der Vergangenheit, die noch Gültigkeit besitzen und denen, die man neu erfinden kann.

 

Das Team von Coral Innovation. Quelle: www.coral-innovation.de

 

Welche Botschaft möchten Sie Neugründern mit auf den Weg geben?

Arbeitet sehr früh an dem Thema Unternehmenskultur und Philosophie. Dass das Team einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für jedes Startup ist, ist allgemein bekannt. Aber dass die Punkte Unternehmens- und Teamphilosophie dafür sorgen, dass jeder im Team eine ähnliche Erwartungshaltung und ähnliche Ziele hat, wird sehr oft übersehen. Kümmert man sich auch um diese Themen, übersteht man auch schwierige Phasen, weil die Philosophie wie ein Kompass das Team lenken kann. Auch helfen diese Dinge dabei, schwierige Entscheidungen zu treffen. Das betrifft auch direkt unsere zweite Botschaft an Neugründer: Setzt euch mit dem Thema Entscheidungsfindung auseinander, da dies langfristig eure wichtigste Aufgabe wird. Code schreiben, Marketingmaterial designen, oder allgemein „hustlen“ können auch andere Leute für euch erledigen. Eure Aufgabe wird sein, alle Informationen zu bündeln und die richtigen Entscheidungen zu treffen um alles in die richtige Richtung zu lenken.

 

Welche Ziele haben Sie sich für die Zukunft für Ihr Geschäftsmodell gesetzt?

Wir wollen ein Pilotprojekt für unsere Matchmaking-App durchführen, wobei es darum geht, bei Events oder Netzwerkveranstaltungen eine digitale Komponente zur besseren Vernetzung der Teilnehmer zu liefern. Die Vernetzung basiert auch wieder auf dem VitaminTECH, sodass Teilnehmer mit passenden technologischen Interessen einander vorgeschlagen werden können.

 

                                                                              Quelle: www.coral-innovation.de

 

Weitere Informationen zum Start-up finden Sie hier:

 https://coral-innovation.de

Oder auf Facebook @Coralinnovation

 

In 54 Stunden von der Idee zum Geschäftsmodell – Das Startup Weekend Stuttgart 2018

Drei Tage im Zeichen von Innovation und Entrepreneurship – dafür steht das Techstars Startup Weekend Stuttgart. Vom 30. November bis 2. Dezember 2018 öffnete die Hochschule der Medien in Stuttgart erneut ihre Pforten für das beliebte Startup Event. Die Veranstaltung bringt Gründungsbegeisterte aus unterschiedlichen Branchen und mit verschiedenen Hintergründen zusammen und ermöglicht ihnen an einem Wochenende eine Geschäftsidee zu einem validierten Geschäftsmodell weiterzuentwickeln. Dabei stehen den interdisziplinären Teams Mentoren aus Lehre und Praxis zur Seite und unterstützen sie mit ihrer breit gefächerten Expertise.

Aus den anfangs über 30 vorgestellten Ideen wurden 14 ausgewählt, an deren Umsetzung von Freitag bis Sonntag gearbeitet wurde. Dabei durften sich die kreativen Köpfe ihre Teams nach individuellen Interessen und Stärken aussuchen. Die 78 Teilnehmer durchliefen bei der Veranstaltung die wichtigsten Phasen der Geschäftsmodellentwicklung und lernten moderne Ansätze und Methoden, darunter den Lean Startup Approach und den Business Model Canvas kennen. Außerdem konnten sie die bedeutendsten Elemente aus dem Design Thinking Prozess anwenden. Ein besonderer Fokus lag darauf, dass sich die Teams intensiv mit Kundenbedürfnissen auseinandersetzten. Aus diesem Grund wurden sie dazu aufgefordert möglichst viele Kundeninterviews führen und hinauszugehen, um von ihrer Idee zu erzählen. Hierdurch sollte herausgefunden werden, ob das entwickelte Produkt oder die Dienstleistung auf dem gewählten Markt tatsächlich eine Rolle spielen könnte.

 

Drei Minuten hatte jedes Team, um seine Geschäftsidee vor der Jury zu pitchen. Bild: HdM

 

Nach dem intensiven Entwicklungsprozess wurden die ausgearbeiteten Geschäftsideen vor geladenen Gästen und einer Fachjury gepitcht. Beurteilt wurden die Präsentationen von Hannah Boomgarden (Startup Autobahn), Amelie Hübner (Gründermotor), Magdalena Weinle (Generator Startup Center), Christian Bauer (Volocopter) und Prof. Dr. Uwe Jäger (HdM). Nur drei Minuten hatten die Teams, um vorzustellen, was sie über das Wochenende hinweg erarbeitet haben.

Insgesamt konnten fünf Ideen die Jury vor Ort überzeugen. Die Geschichte des Geflüchteten Osman, der mit seinen Taschen aus recyceltem Material anderen Flüchtlingen die Möglichkeit geben möchte in Deutschland zu arbeiten und sich einzubringen, überzeugte die Jury sofort. Sie entschied sich dazu dem Jungunternehmer und seinem Team den Social Prize für die beste gesellschaftsrelevante Idee zu verleihen. Neben Osman konnten auch die Teams „BonBox“, „E-Privacy“ und „Pack’n’Nap“ die Jury begeistern und machten einen gemeinsamen zweiten Platz. „BonBox“ will versuchen das Belegchaos und vor allem das Garantieproblem durch eine digitale Lösung zu optimieren, „E-Privacy“ möchte sich mit seiner Lösung für den Schutz persönlicher Daten im Internet einsetzten und „Pack’n’Nap“ liefert ein Produkt, mit dem Eltern ihren Nachwuchs vor dem Trubel an öffentlichen Plätzen schützen können, indem sie eine „Haube“ aufspannen unter der sich das Kind wohlfühlen und entspannen kann.

 

Das Team von Clave, einem Hörgerät mit modischem Anspruch, war der große Gewinner des Abends. Bild: HdM

 

Der große Gewinner des Wochenendes war das Team „Clave“. Das Ziel dieser Gruppe ist es, den verstaubten und grauen Hörgeräten ein neues Design und damit verbunden ein moderneres Image zu verpassen. Der oft versteckte Helfer im Ohr soll zu einem modischen Accessoire weiterentwickelt werden.

Das Startup Wochenende war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg. Die motivierten Teilnehmer arbeiteten stets bis tief in die Nacht an ihren Ideen und ließen dabei ihrer Kreativität freien Lauf. Durch die gelungene Organisation durch das HdM-Team rund um Kristina Coric vom Generator Startup Center und Prof. Dr. Nils Högsdal, Prorektor für Innovation, wurde über das gesamte Wochenende ein spannendes Programm geboten.

Mehr Bilder und Informationen zum Startup Weekend Stuttgart finden Sie auf Facebook.

 

 

Der Artikel wurde im Original auf der Homepage des Startup Centers Stuttgart publiziert.