Team im Fokus

Ein Interview mit dem Startup NAiSE über die Fabriken der Zukunft

Wie sehen die Fabriken der Zukunft aus? Diese Frage haben sich die Gründer von „NAiSE“ gestellt und die Antwort in ihrem Startup realisiert. Intralogistik ist das Stichwort, denn Mensch und Maschine müssen auf dem Werksgelände effizient zusammenspielen. Warum das Startup „NAiSE“ heißt, weshalb die Gründer nicht jede Einladung zu Veranstaltungen annehmen und welche Botschaft sie an Neugründer weitergeben wollen – das alles lesen Sie hier im ganzen Interview. 

1. Welches Konzept steckt hinter Ihrem Startup? 

NAiSE wurde mit der Vision gegründet, autonome Prozesse für die Fabrik der Zukunft zu ermöglichen.
Industrie 4.0 bietet viele Möglichkeiten, muss innerhalb von Gebäuden aber zwei zentrale Problemfelder lösen: fehlende Transparenz und mangelnde Flexibilität. Beide Probleme lassen sich durch unser System zur autonomen Intralogistik, d.h. den Warentransport auf dem Werksgelände, überwinden. Dabei bieten wir eine umfassende Lösung für alle Teilnehmer der Intralogistik – von Menschen, über Waren bis hin zu mobilen Robotern – das Zusammenspiel aller wird durch NAiSE möglich gemacht. Die Umsetzung erfolgt durch unser System zur präzisen und zuverlässigen Indoornavigation, bestehend aus Hard- und Software. 

Unsere Kunden erhalten dadurch die Möglichkeit Prozesse in Echtzeit zu optimieren, Warenbewegungen autonom durchführen zu lassen, die Sicherheit ihrer Mitarbeiter zu erhöhen und dabei auch Kosten zu sparen. 

2. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Ihre Lokalisierungslösung und Ihr Kommunikationsnetzwerk auf die Intralogistik Branche anzuwenden? 

Am Anfang stand die technische Lösung, die wir anfangs ein wenig anders umgesetzt hatten. Die Grundidee war aber damals bereits dieselbe, mit dieser sind wir dann mit mehreren potenziellen Kunden aus unterschiedlichen Branchen in Kontakt getreten. Die größte Nachfrage kam dabei aus dem Bereich der Intralogistik, sicherlich auch begünstigt durch die aktuellen Trends der Digitalisierung und Industrie 4.0. Aber auch persönlich fühlen wir uns in dem Markt sehr wohl, da wir alle im Gründerteam bereits vorher B2B- Erfahrungen gesammelt haben. 

3. Was hat es mit dem Namen Ihres Unternehmens „NAiSE“ auf sich? 

Phonetisch spricht man unseren Namen wie das englische Wort „nice“ aus. Das war das Erste was uns in den Sinn kam, als wir unseren ersten Prototyp in Betrieb genommen haben.
Wir dachten, der Begriff passt zum Produkt und bleibt dem ein oder anderen vielleicht im Gedächtnis. Besonders hat uns aber gefallen, dass sich der Name für eine Menge Wortwitze anbietet – was ganz gut zu unserem Humor im Gründerteam passt. 

 

4. Welche positiven Auswirkungen streben Sie mit Ihrer Technologie an? 

Ein Kernaspekt unserer Lösung ist es, Menschen und Roboter auf derselben Fläche effizient miteinander zu verbinden. Wir sind davon überzeugt, dass der Mensch auch in Zukunft unersetzbar sein wird, da er Eigenschaften und Fähigkeiten besitzt, die z.B. von Robotern nur umständlich oder gar nicht umgesetzt werden können. 

Mit stetig wachsenden Produktvarianten geht es darum, sowohl möglichst flexibel als auch schnell zu sein. Beides ist mit unserem System möglich und zwar dadurch, dass wir die physische Zusammenarbeit von Menschen und Transportrobotern auf derselben Fläche möglich machen. Der Mensch steht dabei als Impulsgeber im Mittelpunkt der Prozesse. Weiterhin erhöhen wir mit unserem System die Sicherheit für den einzelnen Mitarbeiter. 

5. Wie steht Ihre Technologie in Zusammenhang mit Gabelstaplern? 

Mit unserer Technologie lassen sich Gabelstapler komplementär ausstatten. Dadurch erhalten unsere Kunden nicht nur Erkenntnisse über die Auslastung der Fahrzeuge, sondern auch aktuelle Daten zu den Routen bzw. zu den angefahrenen Stationen. Diese Informationen sind vor allem für die Neuanschaffung von Gabelstaplern, sowie für die Gestaltung des Lagerlayouts entscheidend. Und im Gegensatz zu Kamerasystemen bleiben alle Mitarbeiter dabei anonym. 

Außerdem bieten wir den Mitarbeitern noch einen weiteren Vorteil: durch unsere integrierte Kommunikation erhalten sowohl Fußgänger als auch Fahrer ein Frühwarnsystem, das frühzeitig vor Kollisionen warnt. 

6. Wie lautet der USP Ihres Geschäftsmodells? 

Die Realisierung echter autonomer Logistikprozesse in Industrieanlagen und die Verknüpfung von Menschen und Robotern auf derselben Fläche.
Dies gelingt uns durch ein System, das einfach in der Anwendung und auf die gesamte Intralogistik skalierbar ist, da wir von Menschen über Gabelstapler und mobilen Robotern bis hin zu Drohnen alle Teilnehmer der Intralogistik ausstatten. 

7. Arbeiten Sie hauptberuflich für Ihr Startup? 

Ja, wir arbeiten alle hauptberuflich für unser Startup. Die Entwicklung von Hard- und Software ist äußerst zeitaufwendig, weshalb wir uns Vollzeit damit 

beschäftigen möchten und müssen, um dies sinnvoll zu bewältigen und voran zu kommen. Bislang finanzieren wir uns über eigene Umsätze und externe Finanzierungen. 

8. Welchen Schwierigkeiten sind Sie bei dem Aufbau Ihres Startups begegnet? 

Da gibt es eine Menge. Aktuell ist die Planung des eigenen Unternehmenswachstums unsere größte Herausforderung. Zwischen Kundenprojekten, der Einstellung neuer Mitarbeiter und der Teilnahme an Veranstaltungen / Gründerwettbewerben mussten wir leider bereits öfters absagen. Natürlich tut uns das leid, da in vielen Fällen die Personen von sich aus auf uns zukommen. Wir hoffen aber in nächster Zeit diese Möglichkeiten erneut aufnehmen zu können.
Als Startup hat man leider nur begrenzte Kapazitäten, die man möglichst fokussiert einsetzen sollte. Das hilft zwar das eigene Geschäftsmodell zu schärfen, führt aber auch dazu, dass man lernen sollte „nein“ zu sagen. 

9. Welche Botschaft möchten Sie Neugründern auf den Weg geben? 

Lieber wenige Partnerschaften intensiv pflegen, als zu viele oberflächliche Beziehungen. Selbstverständlich geht es darum sein Produkt möglichst flächendeckend bekannt zu machen. In der Vergangenheit haben wir jedoch die Erfahrung gemacht, dass nachhaltige Partnerschaften für alle Beteiligten den größten Mehrwert bieten. 

10. Welche Ziele haben Sie sich für die Zukunft für Ihr Geschäftsmodell gesetzt? 

Wir haben eine klare Vorstellung davon wie wir uns im Markt positionieren möchten. Dies gilt es in den kommenden Monaten weiterzuentwickeln bzw. zu bestätigen. Dazu wollen wir die Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Partnern weiter intensivieren, um ein Produkt anbieten zu können, das den Kundenerwartungen voll entspricht. 

Natürlich haben wir auch einige weitere Dinge vor, die wir etwas konkreter formulieren könnten. Aber gewisse Betriebsgeheimnisse würden wir gerne noch für uns behalten 😉 

„Vermittelt werden soll, was möglich, was machbar, was riskant, was unklug und was unmöglich ist“
Prof. Dr. Nicolai Schädel
Prof. Dr. Nicolai Schädel

„Wählen Sie das Modul nur, wenn Sie ernsthaftes Interesse haben und bereit sind für geistige Schmerzen“ empfiehlt Prof. Dr. Nicolai Schädel, Professor des Masterstudiengangs Intra- und Entrepreneurship. Die Rede ist von dem Modul „Recht & Intellectual Property Management für Intra- und Entrepreneure“. Nicolai Schädel unterrichtet als erfahrener Rechtsexperte den Schwerpunkt „Gesellschaftsrecht und IP Management“.

Wir haben Nicolai Schädel getroffen und ihm fünf aufschlussreiche Fragen zum Modul gestellt. Er gibt Einblicke in die vermittelnden Inhalte und Kompetenzen sowie die Relevanz der Vorlesungen für den Studiengang. Darüber hinaus erfahren Sie, welche Grundlagen die Studierenden für die Teilnahme mitbringen sollten und für wen die Wahl dieses Moduls empfehlenswert ist.

Was sind die wesentlichen Inhalte des Moduls?

Schwerpunkte des Moduls sind wesentliche rechtliche Rahmenbedingungen und deren wirtschaftliche Bedeutung für unternehmerisches Handeln sowie die in diesem Rahmen bestehenden Gestaltungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten.

Welche Kompetenzen werden in dem Modul vermittelt?

Vermittelt werden soll ein Blick dafür, was möglich, was machbar, was riskant, was unklug und was unmöglich ist. Zudem soll den Studierenden die Bedeutung des Rechts für Unternehmen vermittelt werden, und zwar insbesondere auch in den wirtschaftlichen Kategorien Aufwand, Risiko und Sicherheit.

Welche Relevanz hat das Modul für den Studiengang?

Die Kenntnis der durch Recht gesetzten Grenzen und der innerhalb dieser Grenzen bestehenden Gestaltungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten hat für Unternehmen eine vergleichbare wirtschaftliche Bedeutung wie beispielsweise die Bereiche IT und Vertrieb. Dennoch bestehen im Verhältnis zum Bereich Recht oft weitergehende „Berührungsängste“ als im Verhältnis zu anderen Bereichen. Dieses Modul soll dadurch Bedeutung für die Studierenden erlangen, dass etwaige Berührungsängste abgebaut werden.

Werden Grundlagen für den Besuch des Moduls vorausgesetzt?

Teilnehmer des Moduls sollten im Rahmen ihrer bisherigen Ausbildung zumindest eine Grundlagenveranstaltung zum (Wirtschafts-)Recht besucht haben und daher mit der Bedeutung bestimmter Grundbegriffe und -konzepte (beispielsweise „Vertrag“ und „Vertragsfreiheit“) vertraut sein. Zudem sollten die Teilnehmer in der Lage sein, Sachverhalte wirtschaftlich zu verstehen, zu analysieren und zu erläutern.

Möchten Sie noch etwas besonders hervorheben?

Wählen Sie das Modul nur, wenn Sie ernsthaftes Interesse haben und bereit sind für geistige Schmerzen. Programmieren Sie gerne eigene Software? Sind oder waren Sie Leistungssportler(in)? Machen Sie gerne Musik? Vertragsgestaltung ist ähnlich.

 

Zur Person: 

Prof. Dr. Nicolai Schädel LL.M. ist seit 2013 Professor für Wirtschaftsrecht, insbesondere Handels-, Gesellschafts-, Bilanz- und Steuerrecht sowie Verpackungs- und Patentrecht an der Hochschule der Medien. Seit 2001 ist er als Rechtsanwalt tätig, zunächst in Düsseldorf, ab 2004 in Stuttgart. 2005 promovierte er zum Dr. jur. an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Nicolai Schädel legte 1997 sein erstes juristisches Staatsexamen in München ab, 1999 sein zweites juristisches Staatsexamen in Bayern und erhielt 2001 den Master of Laws (LL.M.) der University of London.

Weitere Informationen zum Modul „Recht & Intellectual Property Management für Intra- und Entrepreneure“ finden Sie unter:

https://innovative-entrepreneurship.de/kontaktstudium/ueberblick/

 

Team im Fokus: Das Studiengangs­management im Interview

Maria Bertele (HdM) und Jan Wunderlich (Universität Stuttgart, links) haben als Studiengangsmanager gemeinsam die Entwicklung des Masterstudiengangs koordiniert und das Kontaktstudium aufgebaut. Nachdem nun die Konzeptionsphase des Studiengangs erfolgreich abgeschlossen ist, haben wir Ihnen abschließend einige Fragen rund um das Studium Intra- und Entrepreneurship (tech) und die letzten Monate gestellt. Einen Blick in die Zukunft wagt dabei Martin Papendieck (HdM, rechts), der zukünftig die Aufgaben von Maria Bertele an der HdM übernehmen wird.

 

 

Herr Wunderlich, Sie haben die Entwicklung des Studiengangs begleitet – Was waren dabei die größten Herausforderungen der letzten Monate?

Als Projektmanager an der Universität Stuttgart war ich im Wesentlichen für die Konzeption und Organisation des Studiengangs eingebunden und habe mich viel mit den anderen Projektmitgliedern, Dozenten, der E-Learning-Abteilung und den Gremien abgestimmt. Es war ein sehr spannender Prozess, ein gemeinsames Verständnis für den Studiengang, dessen Inhalte und Ziele zu entwickeln. Einen regen Austausch hatte ich dabei immer mit meiner Projektkollegin Maria Bertele, die an der HdM die Entwicklungsarbeit geleistet hat – diese Zusammenarbeit hat das Projekt vorangetrieben und die Kooperation der beiden Hochschulen gestärkt. Ich denke, mit dem jetzigen Konzept haben wir ein tolles Ergebnis, das die vielfältigen Kompetenzen aller Projektpartner verbindet.

Frau Bertele, welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Neben der Entwicklungsarbeit für das Studiengangskonzept war für mich vor allem auch mein eigenes kleines ‚Startup‘ spannend: Nämlich der Aufbau und die Durchführung der ersten Kontaktmodule für den Studiengang, die wir vonseiten der HdM angeboten haben. Dieses Pilotprojekt hat uns viele Anregungen für die weitere Arbeit am Studiengang gegeben haben. Insgesamt konnte ich durch das Kooperationsprojekt spannende Einblicke in die Strukturen beider Hochschulen gewinnen und die jeweiligen Prozesse besser kennen lernen.

Wer schon jetzt starten will, kann das Kontaktstudium Entrepreneurship belegen. Was erwartet Studierende?

Das Kontaktstudium ist ein Einstieg in den Masterstudiengang: Bereits jetzt können und konnten Studieninteressierte einzelne Module in den Bereichen Design Thinking, Vertrieb, Recht und Finanzierung im Sinne von berufsbegleitenden Weiterbildungen belegen. Damit kann man das Studienkonzept nicht nur kennen lernen, sondern auch bereits Credit-Points sammeln und später auf den Masterstudiengang anrechnen lassen. Im Juli wird es das nächste Modul „Advanced Finance“ geben.

Diese Flexibilität wird auch weiterhin bestehen: Wer sich nicht schon für das gesamte Masterstudium einschreiben will, kann alle Module des Masterstudiengangs auch einzeln als Kontaktstudium belegen. So kann man sich entweder gezielt fortbilden oder langfristig Schritt den Masterabschluss erarbeiten.

Frau Bertele, die Entwicklungsphase des Studiengangs ist nun vorbei, sie übernehmen nun weitere Aufgaben – wie verändert sich das Studiengangsteam?

Da ich mich neuen Aufgaben in der zentralen Weiterbildungsabteilung der HdM widme, übergebe ich das Studiengangsmanagement an meinen Kollegen Martin Papendieck. Zukünftig steht er als Studiengangsmanager an der HdM allen Studieninteressierten und Studierenden, aber insbesondere auch Unternehmen, die Ihren Mitarbeitern eine berufliche Weiterbildung ermöglichen möchten, für alle Fragen rund um das Masterstudium zur Verfügung.

Herr Papendieck, wie geht es für Sie und das Studiengangsteam die nächsten Monate weiter?

Bis zum Studienstart im Herbst diesen Jahres gilt es nun, beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg die Genehmigung des Studiengangs zu beantragen. Gleichzeitig arbeiten wir daran, die Bewerbungsphase vorzubereiten, das Semester zu planen und für den inhaltlichen Feinschliff der Module zu sorgen, sodass wir wie geplant im Herbst 2016 starten können. Wer sich für das Studium interessiert, kann sich bereits jetzt umfassend bei uns informieren oder gleich mit ersten Kontaktmodulen beginnen. Wir freuen uns auf alle Studierenden!

(hb)

 

Zur Person

Maria Bertele war seit 2014 für das Studiengangs- und Projektmanagement an der HdM und das Kontaktstudium Entrepreneurship verantwortlich. Vor ihrer Projekttätigkeit war sie an der HdM in der Stabsstelle für Qualitätsmanagement und Hochschulentwicklung tätig und dort u.a. für die Organisation der Qualitätssicherung der Studiengänge verantwortlich. Zukünftig wird sie die Programmentwicklung und das Programmmanagement im neu eingerichteten Weiterbildungszentrum der HdM übernehmen.

Jan Wunderlich ist seit 2014 für das Studiengangs- und Projektmanagement an der Universität Stuttgart verantwortlich. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Diversity Studies in den Ingenieurwissenschaften (IDS) der Universität Stuttgart und Ansprechpartner für alle Studieninteressierten und Studierenden im Weiterbildungsstudiengang.

Martin Papendieck ist Projektmanager im Startup Center der Hochschule der Medien und für die HdM als Projekt- und Studiengangsmanager für den Masterstudiengang Intra- und Entrepreneurship (tech) tätig. In dieser Funktion wird er auch erster Ansprechpartner für Unternehmen & Kooperationspartner sein, die am Weiterbildungsangebot interessiert sind.